Stellenabbau bei Arcelor Mittal: Arbeitsplätze über Konzerninteressen
"Arcelor Mittal kündigt an, 2027 das Stahl- und Knüppelwalzwerk in Duisburg-Ruhrort zu schließen. Damit bestätigen sich die Befürchtungen des Betriebsrats, der Belegschaft und der IG Metall. Das Drahtwalzwerk bleibt erhalten – dennoch verlieren wir 550 von 830 Arbeitsplätzen an dem Standort. Die Vorprodukte für die Drahtproduktion werden zukünftig von anderen Standorten angeliefert.
Wie in der Vergangenheit bei ThyssenKrupp Steel zeigt sich: Es geht Konzernen um als Effizienz getarnte Profitgier und nicht um zukunftsfähige Produktion von grünem Stahl oder den Erhalt von Arbeitsplätzen.
Arcelor Mittal hat trotz zugesagter 1,3 Milliarden Euro Fördermittel für moderne Anlagen in Bremen und Eisenhüttenstadt die Dekarbonisierung eigener deutscher Standorte vernachlässigt. Während in Spanien, Frankreich und Belgien transformiert wird, bleiben deutsche Werke und die Belegschaft auf der Strecke.
Industriepolitisch ist das ein fatales Versagen – auch von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche. Ihr Ministerium muss endlich eine zukunftsgerichtete Industriepolitik vorlegen, die Arbeitsplätze sichert und unsere Stahlindustrie stärkt. Die Energiepreise müssen sinken und die Nachfrage nach grünem Stahl muss zunehmen; etwa durch Schienenbau aus eigener Produktion.
Am Ende geht es um Existenzgrundlagen ganzer Familien. Die Folgen des großen Verlusts von Arbeitsplätzen sind dramatisch: In strukturschwachen Regionen wie dem Duisburger Norden leiden die Menschen, während wieder mal AfD aus diesen politischen Fehlern Kapital schlägt. Eine antifaschistische und soziale Industriepolitik muss die Interessen der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Mittelpunkt stellen und die Region schützen.
11.000 Jobs bei Thyssenkrupp, 550 bei Arcelor Mittal werden fehlen – Bundes- und Landesregierung müssen endlich handeln und beweisen, dass sie die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vertreten, nicht die der Lobbyverbände.“
Bundesregierung sollte die Binnenschifffahrt in Duisburg kräftig unterstützen
"Der Duisburger Hafen spielt für die Binnenschifffahrt und den Industriestandort Ruhrgebiet eine wichtige Rolle und muss gestärkt werden", wünscht sich Mirze Edis, industriepolitischer Sprecher der Linksfraktion und Mitglied im Wirtschaftsausschuss anlässlich der aktuellen Lage am Duisburger Hafen. Edis weiter:
"Die Folgen für Unternehmen durch Niedrigwasser sind katastrophal. Zwar hat der Duisburger Hafen diesen Sommer längst nicht so einen niedrigen Pegelstand wie der Rhein, aber auch hier musste die Transportlast für Schiffe gesenkt werden, wodurch sich die Schiffsanläufe etwa verdoppelten. Statt mehr Verlagerung von Transporten auf die Straße fordert Mirze Edis eine Verlagerung auf die Schiene. Dafür sei jedoch eine deutlich schnellere Sanierung der Infrastruktur der Bahn vonnöten.
Diesen Sommer wird uns wieder drastisch vor Augen geführt, wohin uns die katastrophale Wirtschaftspolitik von Katherina Reiche führt, die Lobbypolitik für die fossile Industrie macht. Der Hitzesommer 2026 zeigt auf, dass die Bundesregierung viel mehr gegen den Klimawandel tun muss. Umso absurder scheint das Gebaren der Klimawandelleugner und der Einfluss der AfD auf das Thema, die von "Wetter" faselt und die menschengemachte Erderwärmung abstreitet. Die Linke fordert eine Politik, die den Klimawandel zur Chefsache und aktive Industriepolitik macht, um die Dekarbonisierung der Industrie voranzutreiben, Standorte und Arbeitsplätze zu schützen sowie Mitbestimmung zu stärken."
Die Linke trauert um Jürgen Aust
Mit großer Bestürzung nimmt der Kreisverband Duisburg den Tod unseres langjährigen Genossen Jürgen Aust zur Kenntnis.
Ob im Privatleben, als lokal politisch aktiver Genosse oder als Teil des Landesvorstandes der Partei die Linke NRW war Jürgen ein lautstarker Kämpfer für die gerechte Sache.
„Jürgen war, wie ich ihn kannte, ein unglaublich belesener und bis zum Schluss aktiver Genosse, der über viele Jahrzehnte hinweg auch durch seine Sozialberatung vielen Menschen geholfen hat. Bei unseren Mitgliederversammlungen werde nicht nur ich ihn und seine Wortbeiträge schmerzlich vermissen,“ so das ehemalig langjährige Mitglied des Kreisvorstandes und ehemaliger Fraktionsgeschäftsführer Markus Menzel.
Barbara Laakmann, Vorsitzende der der Linksfraktion Duisburg, bekräftigt seine Worte: „Jürgen war hartnäckig. Er war ein Querdenker, und seine bohrenden Nachfragen waren fester Bestandsteil unserer Versammlungen.“
Betül Toren, Kreissprecherin des Kreisverbandes Die Linke Duisburg ergänzt:
„Jürgen stand bis zuletzt hinter seinen Prinzipien und Überzeugungen. Er hat nicht bloß Engagement gezeigt, sondern die Sozialberatung und den politischen Kampfgeist zu einer Lebensaufgabe gemacht. Dafür sind wir, aber auch seine Ratsuchenden, ihm unendlich dankbar.“
Auch Mirze Edis, Bundestagsabgeordneter der Partei für Duisburg, behält Jürgen in guter Erinnerung:
„Jürgen hinterlässt eine große Lücke. Sein beeindruckendes Engagement begleitete mich schon jahrzehntelang. Er war immer aktiv in der Friedensbewegung und hat sich für soziale Gerechtigkeit starkgemacht. Es ging ihm nie darum, Karriere zu machen, sondern darum, für all die Menschen zu kämpfen, die es in unserer Gesellschaft nicht leicht hatten, ihren Platz zu finden. Jürgen war ein guter Freund, ein wichtiger Genosse, ein aufrichtiger Kämpfer und ein toller Mensch. Er wird uns als langjähriger Weggefährte fehlen. Wir werden seine Arbeit fortführen und ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren.“
Wenngleich der Kreisverband Jürgen schmerzlich missen wird, bleiben unsere Gedanken in dieser schweren Zeit bei seiner Familie, seinen Freunden und seinen Angehörigen.
Trauer um Peter Gasse
Peter Gasse ist am 15.08.2026 von uns gegangen. Mit ihm verlieren wir eine beeindruckende Persönlichkeit im Kampf für soziale Gerechtigkeit, einen engagierten Kollegen und einen wunderbaren Menschen. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen Menschen, die ihn auf seinen Weg begleitet haben und nahestanden.
Peter war es, der in jeder noch so schwierigen Lage auf der Seite der Arbeitnehmer stand, wenn es um wichtige und zukunftsweisende Entscheidungen für HKM ging. Sein Engagement für betriebliche Mitbestimmung, gute Arbeitsbedingungen und die Interessen der Beschäftigten war geprägt von seiner Überzeugung, Haltung und Menschlichkeit. Er stand für die Sozialdemokratie ein und hat diese gelebt.
Er hat sich nie gescheut, seine Stimme zu nutzen, wenn es darum ging für die richtigen Dinge einzustehen. Seine Verlässlichkeit, Geradlinigkeit und besondere Art werden uns bitter fehlen. Peter hat Spuren hinterlassen – in unserem Unternehmen, in der IG Metall, in zahlreichen zivilgesellschaftlichen Projekten und vor allem bei all den Leuten, die mit ihm gearbeitet haben und ihn persönlich kennenlernen durften.
Peters große Leidenshaft sich für andere einzusetzen wird uns fehlen. Sein Wirken und seine Werte werden uns in Erinnerung bleiben und uns auch weiterhin begleiten.
Wir werden ihm ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren. Glück auf, lieber Peter.
Aufklärung statt Schweigen – Erinnerung an den rassistischen Brandanschlag von 1984
In der Nacht auf den 27. August 1984 wurden sieben Menschen aufgrund von blankem Rassismus aus dem Leben gerissen. Bei der Brandstiftung eines Wohnhauses in Wanheimerort, in dem überwiegend Familien von Gastarbeitern lebten, wurden zudem 23 weitere Menschen verletzt. Die 57 Überlebenden sind für ihr Leben traumatisiert. Dennoch müssen sie selbst bis heute um Gerechtigkeit kämpfen. Die zuständigen Behörden und die berichtende Presse haben versagt. Statt Aufklärung folgte jahrzehntelanges Schweigen.
In diesem Haus haben Freunde und Arbeitskollegen von mir gelebt, die auch 40 Jahre nach diesem Schrecken noch davon gezeichnet sind.
Es ist ein Armutszeugnis, dass der Anschlag erst durch das Engagement von Überlebenden und Angehörigen wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Rassistische Gewalt ist kein Zufall. Rassismus ist kein aufgearbeitetes und abgeschlossenes Kapitel der Geschichte.
Erinnerung bedeutet Betroffenen zuzuhören, ihre Namen nicht zu vergessen, politische Konsequenzen durchzusetzen und institutionelles Versagen klar zu benennen.
Am 26. August findet um 17 Uhr eine Gedenkveranstaltung an der Ecke Wanheimer Str./Fischerstr. in Wanheimerort statt. Ich rufe zur solidarischen Teilnahme auf und unterstütze die Initiative der Betroffenen vollumfänglich.
Erneute Zwangsräumung in Duisburg-Hochfeld – Die Linke fordert ein Ende der Verdrängungspolitik!
von Kreisvorstand sowie Fraktion Die Linke Duisburg und Mirze Edis, MdB
Heute, am 29.07.2027, hat die städtische „Taskforce Problemimmobilien“ ab 10 Uhr erneut eine Häuserräumung durchgeführt. Betroffen sind nach Angaben von Anwohner*Innen fünf Familien – vier mit bulgarischer und eine mit rumänischer Herkunft. Als Begründung führt die Stadt Brandschutzmängel an, aufgrund derer das Gebäude an der Hochfeldstraße 20 in Duisburg-Hochfeld nicht mehr bewohnbar sein soll.
Den betroffenen Familien blieben nur rund vier Stunden, um ihre persönlichen Gegenstände aus den Wohnungen zu holen. Begleitet wurde die Räumung von einem Großaufgebot von Polizei und Ordnungsamt. Zurück bleiben Familien mit Kindern, die von einem Moment auf den anderen ihre Wohnung verlieren und ohne gesicherte Perspektive dastehen. Die Linke kritisiert dieses Vorgehen der Stadt Duisburg seit Jahren scharf. Wer Menschen auf die Straße setzt, ohne ihnen eine tragfähige Alternative zu bieten, verschärft soziale Not, statt sie zu bekämpfen.
Julien Gribaa, Ratsmitglied der Linken dazu: “Die meisten der Betroffenen sind in den letzten Jahren als Arbeitsmigrant*Innen mit ihren Familien aus Südosteuropa nach Duisburg gekommen. Als EU-Bürger*Innen genießen sie die Möglichkeit der Freizügigkeit. Sie sind Bürger*Innen unserer Stadt, haben kommunales Wahlrecht und können beanspruchen, dass die Verwaltung der Stadt ihnen gegenüber diskriminierungsfrei und pflichtgemäß handelt.”
Auch Sebastian Holt, Kreissprecher von Die Linke Duisburg, kritisiert das Vorgehen scharf: „Immer wieder erleben wir wie Menschen in dieser Stadt, die ohnehin schon kaum was zum Leben haben, von Oberbürgermeister Sören Link drangsaliert werden. Das ist nicht nur unsozial - das ist asozial. Diese Schikane ist menschenunwürdig und muss in dieser Schärfe benannt werden. Niemals allein, immer gemeinsam. Jederzeit und überall.“
Mirze Edis, Mitglied des Deutschen Bundestages, findet ebenfalls klare Worte: „Betroffen sind häufig Familien mit bulgarischer oder rumänischer Herkunft in abgehängten Stadtteilen. Die Begründungen zur Räumung sind vorgeschoben, um diese Personen aus dem öffentlichen Bild zu verdrängen. Stadtteile wie Hamborn und Marxloh brauchen konkrete Sozialpolitik, um die Missstände zu beheben und keine Sündenböcke, die um ihre Existenz gebracht werden.“
Geglückte HKM Übernahme durch Salzgitter AG
Mirze Edis erklärt zu der Übernahme Hüttenwerke Krupp Mannesmann durch die Salzgitter AG:
„Die Stahlproduktion am Traditionsstandort Duisburg geht weiter. Das ist eine gute Nachricht, nicht nur für die Beschäftigten, sondern für die ganze Region. HKM wird mit Salzgitter zusammen weiter die grüne Transformation vorantreiben.
Erstmal konnten 3.000 Arbeitsplätze gerettet werden. Für unsere Region bedeutet das um die 15.000 Arbeitsplätze für Familien insgesamt. Das ist ein großer Erfolg!
Als erstes möchte ich mich bei der Belegschaft von HKM bedanken, sowie den Kolleginnen und Kollegen der anderen Unternehmen, die mit uns auf den Straßen waren.
Die Bundestagsfraktion Die Linke möchte sich aber auch bei der IG-Metall Duisburg-Dinslaken und dem HKM-Betriebsrat für ihre Arbeit der letzten Jahre bedanken.
Speziell möchte ich meinen persönlichen Dank Marco Gasse dem HKM-Betriebsratsvorsitzende aussprechen, der die letzten anderthalb Jahre unermüdlich für den Erhalt des Werkes gekämpft hat.
Ich bin glücklich, dass ich mit zahlreichen Gesprächen mit Vorstandschefs zu diesem Erfolg beitragen konnte.
Unser Dank gilt auch dem Salzgitter-Konzern, der die Verantwortung nicht nur HKM gegenüber übernommen hat, sondern auch für die Region eingesetzt hat. Damit schützen sie unsere Region; und wenn ich das so sagen darf: sie helfen auch der Demokratie!
Wir benötigen mehr solche Konzernleitungen in Deutschland, die ihrer Verantwortung auch gegenüber unseren Regionen gerecht werden.
Dank gilt aber auch der Bundestagsfraktion Die Linke, die das Thema Industriepolitik auf ihre Fahnen geschrieben hat, und wie eine Eins hinter den Beschäftigten in der Stahlbranche steht."
"Vor zwei Jahren redete man über das Ende der Stahlproduktion, jetzt reden wir über die Zukunft des grünen Stahls.“
Aufruf zur Ruhrpott Rebellion: Gemeinsam gegen Sozialabbau und Rechtsruck!
Anlässlich der Demonstration "Ruhrpott Rebellion" am 4. Juli erklärt Mirze Edis:
"Ich unterstütze den Aufruf der IG Metall Duisburg-Dinslaken zur Ruhrpott Rebellion und werde selbst teilnehmen.
Während Konzerne Rekordgewinne einfahren, werden Beschäftigte immer häufiger mit Stellenabbau, Unsicherheit und wachsendem Druck konfrontiert. Gleichzeitig versuchen rechte Kräfte, Menschen gegeneinander auszuspielen und soziale Probleme für ihre Hetze zu missbrauchen. Dem stellen wir uns entschlossen entgegen.
Unsere Antwort lautet: Zusammenhalt statt Spaltung. Gute Löhne statt Sozialabbau. Mehr Mitbestimmung statt weniger Rechte. Eine starke Demokratie braucht starke Gewerkschaften und starke Betriebsräte.
Die Demonstration beginnt um 10:30 Uhr am DGB-Haus in Duisburg. Um 11:15 Uhr findet die zentrale Kundgebung auf dem König-Heinrich-Platz statt.
Ich rufe alle Beschäftigten, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Demokratinnen und Demokraten sowie alle Menschen, denen soziale Gerechtigkeit am Herzen liegt, dazu auf, dabei zu sein.
Wer den Sozialstaat angreift, Arbeitnehmerrechte schwächt und unsere Gesellschaft spalten will, trifft auf unseren Widerstand. Der Ruhrpott steht für Solidarität und genau diese Solidarität tragen wir am 4. Juli auf die Straße. Wir halten zusammen!"
Nein zur Diskriminierung durch die Bezahlkarte in Duisburg!
Zur heutigen Einführung der Bezahlkarte für Geflüchtete in Duisburg erklärt Mirze Edis:
„Die Bezahlkarte löst kein einziges Problem in unserer Stadt. Sie schafft weder bezahlbaren Wohnraum noch bessere Schulen oder mehr Kitaplätze. Stattdessen werden Menschen, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, unter Generalverdacht gestellt und von der Gesellschaft ausgeschlossen. Das ist Politik des Misstrauens statt der Menschlichkeit.“
Mit der Bezahlkarte wird Bargeld grundsätzlich auf 50 Euro im Monat begrenzt. Für Mirze Edis ist das ein falsches Signal:
„Die Bezahlkarte diskriminiert Menschen, statt ihnen Teilhabe zu ermöglichen. Ob auf dem Flohmarkt, beim Schulfest, bei Onlineeinkäufen, in kleinen Geschäften oder überall dort, wo Kartenzahlung nicht möglich ist – sie erschwert den Alltag unnötig. Dazu werden Vereinsmitgliedschaften erheblich erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht. Gleichzeitig schafft sie zusätzlichen Verwaltungsaufwand für eine Kommune, deren Beschäftigte ohnehin am Limit arbeiten. Duisburg braucht Entlastung sowie Investitionen und keine Bürokratie, die auf Kosten der Schwächsten geht.
Die Linke steht für Solidarität statt Symbolpolitik. Menschenwürde ist nicht verhandelbar, ganz egal woher sie kommen.“
Solidarität mit dem Arbeitskampf am Duisburger Hafen
Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten von Rhenus Port Logistics am Donnerstag zu einem ganztägigen Arbeitskampf an die Schifferbörse nach Ruhrort aufgerufen.
Es war der erste Streik im Duisburger Hafen seit Jahrzehnten und ein wichtiges Zeichen für faire Löhne sowie Tarifbindung in einem weitgehend tarifflüchtigen Umfeld.
Mirze Edis, Bundestagsabgeordneter der Linken für Duisburg, erklärt dazu:
Ich solidarisiere mich mit den Streikenden im Duisburger Hafen und befürworte diesen Arbeitskampf ausdrücklich. Tarifverträge sind kein Luxus, sondern Grundpfeiler unserer sozialen Marktwirtschaft. Wer unter Tarif arbeitet, verdient mehr, hat bessere Arbeitsbedingungen und mehr Mitbestimmung. Dass Verdi hier erstmals seit Jahrzehnten zum Streik aufruft, unterstreicht die Dringlichkeit. Die Politik darf nicht länger zusehen, wie Arbeitgeber sich aus der Verantwortung ziehen. Ich fordere die Landesregierung und Oberbürgermeister Sören Link auf, endlich Druck auf die Hafenbetreiber auszuüben – für faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und verbindliche Tarifverträge!
Es ist höchste Eisenbahn, Stahlunternehmen in die Funktionstüchtigkeit der Bahn einzubinden
Es ist höchste Eisenbahn, dass die Bundesregierung die Funktionionstüchtigkeit der Bahn absichern und dabei die Stahlunternehmen einbinden will, erklärt Mirze Edis, industriepolitischer Sprecher der Linksfraktion, angesichts der jüngsten Entscheidung, dass die Bahn Zulieferungen über die Schiene sicherstellen will. Edis weiter:
„Wir begrüßen die Vereinbarungen der Bahn-Chefin und drei Ministerpräsidenten, die Belieferung der Stahlstandorte mit Rohstoffen sicherzustellen. Hintergrund waren kurzfristige Versorgungsengpässe bei den betroffenen Stahlunternehmen durch Baustellen.
Zudem soll eine von der DB InfraGO organisierte Taskforce, die die Versorgung der Industrie mit hochkritischen Rohstoffen auf der Schiene sicherstellen soll. Zuvor hatten die drei Ministerpräsidenten in einem anderen Schreiben beklagt, dass es durch die zahlreichen Baustellen auf den Schienen in letzter Zeit häufig zu „erheblichen Störungen in den Lieferketten zentraler industrieller Grundstoffe“ gekommen sei.
Die Bildung einer Taskforce und das kurzfristige Eingreifen der Politik zeigen auf, dass eine vorsorgende und geplante Wirtschaftspolitik für die Regierung Fremdwörter sind. Ich fordere eine nachfrageorientierte Industriepolitik und den Aufbau eigener Schienenwerke. Das sind minimale Investitionen, die die deutschen Stahlunternehmen retten könnten. Außerdem könnte die Erneuerung der Schienen damit schneller vollzogen werden."
Die Linke trauert um Hüseyin-Kenan Aydın
von Kreisvorstand sowie Fraktion Die Linke Duisburg und Mirze Edis, MdB
Mit großer Trauer und tiefer Betroffenheit nehmen wir Abschied von unserem Genossen Hüseyin-Kenan Aydın, der viel zu früh von uns gegangen ist.
Mit Hüseyin verlieren wir nicht nur einen engagierten Politiker, Gewerkschafter und Aktivisten, sondern vor allem einen aufrichtigen Menschen und einen Freund der sein Leben dem Einsatz für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und die Würde aller Menschen gewidmet hat.
Geboren am 22. Oktober 1962 in Pülümür in der Türkei, kam Hüseyin im Alter von 13 Jahren nach Deutschland. Sein Weg führte ihn von der Stahlhütte bei Thyssen in Duisburg über die betriebliche Interessenvertretung bis in verantwortungsvolle Funktionen der IG Metall. Als Betriebsrat, Gewerkschaftssekretär und Unternehmensbeauftragter kämpfte er über Jahrzehnte hinweg für bessere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und die Rechte von Beschäftigten. Sein Einsatz galt stets denjenigen, die auf Solidarität angewiesen sind.
Doch Hüseyins Engagement reichte weit über die Arbeitswelt hinaus. Als Mitglied der Partei Die Linke war er ein unermüdlicher Kämpfer für ein gutes Leben für alle Menschen. Besonders am Herzen lag ihm die Aufarbeitung der Verbrechen und Massaker an Alevitinnen und Aleviten. Mit großer Leidenschaft setzte er sich für Erinnerung, Aufklärung und gesellschaftliche Anerkennung ein. Seine Stimme war eine Stimme gegen das Vergessen und für eine solidarische Gesellschaft.
In den vergangenen Jahren hat sich Hüseyin mit großer Kraft und Hingabe in den Aufbau und die politische Arbeit unserer Partei eingebracht. Er war ein Genosse, auf den man sich verlassen konnte – verbindend, klug, solidarisch und stets bereit, Verantwortung zu übernehmen.
Sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke. Wir verlieren einen Freund, einen Mitstreiter und einen Menschen, dessen Haltung und Engagement uns Vorbild bleiben werden.
Mit Hüseyin verlieren wir einen überzeugten Sozialisten und Gewerkschafter, der sein Leben dem Kampf für die Interessen der arbeitenden Menschen gewidmet hat. Seine Stimme war klar, sein Kompass war die Gerechtigkeit und sein Herz schlug für die Solidarität. Sein Platz bleibt leer, sein Vermächtnis bleibt in uns allen lebendig.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Angehörigen, seinen Freundinnen und Freunden sowie seinen Weggefährtinnen und Weggefährten in der Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung.
Wir werden Hüseyin-Kenan Aydın ein ehrendes Andenken bewahren und seinen Kampf für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und ein gutes Leben für alle fortführen.
Bundesregierung fährt Stahlstandort gegen die Wand
"Weil die Bundesregierung den Stahlstandort Deutschland sehenden Auges an die Wand fährt, sind die Kolleginnen und Kollegen der deutschen Stahlindustrie heute in Berlin und bundesweit auf der Straße. Die Branche leidet vor allem unter den hohen Energiepreisen und braucht neben einem auf zehn Jahre garantierten Industriestrompreis den versprochenen grünen Wasserstoff", erklärt Mirze Edis, industriepolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Bundestag, zur Lage der Stahlindustrie. Edis weiter:
"Von Bund und Ländern erwarte ich finanzielle Unterstützung für die nötigen Investitionen in Grünen Stahl, statt sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen, kostenlose Zertifikate im ETS-Handelssystem noch über 2034 hinaus auszugeben. Die Bundesregierung sollte gemeinsam mit Gewerkschaften, Wissenschaft, Unternehmen, Ländern und Kommunen einen Stahlplan erarbeiten. Dabei darf es aber auch nicht bleiben - die Implementierung dieses gemeinsam erarbeiteten Plans muss bei jährlichen Gipfeltreffen überwacht werden. Es geht schließlich um unsere Arbeitsplätze, Familien und lebenswerte Regionen."
Katherina Reiche und EU gegen fortschrittliche Unternehmen - Grünen Stahl von Saarstahl und Salzgitter konsequent unterstützen
Mirze Edis, industriepolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Bundestag, erklärt:
Wie die Salzgitter AG hat sich mit Saarstahl ein Stahlwerk als First Mover auf den Weg der kompletten Dekarbonisierung gemacht. Hierfür nimmt das Unternehmen 4,6 Milliarden Euro in die Hand, um fortschrittlichen Grünen Stahl zu produzieren. Statt diese Pioniere zu unterstützen, rammt Katherina Reiche mit ihrer fossilen Lobby-Politik diesem verantwortungsbewussten Vorreiter in der deutschen Industrie das Messer in den Rücken. Sie und die EU planen im Rahmen der Überarbeitung des Emissionshandelssystems ETS, die kostenlosen CO2-Zertifikate über das Jahr 2034 hinweg weiter frei zu vergeben.
Wenn Saarstahl keine Zukunft hat, wird das weltweit zeigen, dass Deutschland kein sicherer Investitionsstandort mehr für fortschrittliche Technologien ist. Es darf deswegen keine ETS-Reform geben, die den Business Case von Saarstahl und Salzgitter oder anderen fortschrittlichen Unternehmen gefährden. Der Klassenprimus der Energiewende darf nicht bestraft werden. Die IG-Metall ruft morgen zu einer Demonstration für den Erhalt der Stahlindustrie unter dem Motto 'Stahl hat Zukunft - bei uns!' auf. Neben Tausenden von Beschäftigten aus der Stahlbranche wird auch Die Linke vor Ort sein, um zu zeigen: Wir stehen an der Seite der Beschäftigten. Glück auf!
Solidarität mit Betroffenen der rechtsextremen Anschläge in Hanau dürfen keine Lippenbekenntnisse bleiben
"Beim rassistischen Terrorangriff auf eine Bar in Hanau am 19. Februar 2020 wurden neun Menschen allein aus dem Grund ermordet, weil sie Migrationsgeschichte hatten, erklärt Mirze Edis, MdB aus der Linksfraktion aus Duisburg und einer der drei Sprecher*innen der Parlamentariergruppe Vielfalt und Anti-Rassismus im Bundestag anlässlich der Lesung von Said Etris Hashemi aus seinem Buch "Der Tag, an dem ich sterben sollte". Edis weiter:
"Diese Morde hätten verhindert werden können, wenn die Polizei und das Innenministerium die Gefahr durch den rechtsextremen Täter und seinen Vater ernstgenommen hätten. Stattdessen funktionierten Notrufe nicht und die Notfalltür der Bar musste wegen regelmäßiger Polizeirazzien verschlossen gehalten werden.
Dieser blanke Rassismus hatte tödliche Folgen! Die Sicherheit der Menschen wurde schon vor der Attacke mit Füßen getreten und danach erst recht. Die Polizei ließ lange keine Krankenwagen zu Opfern, verwechselte später die Toten und informierte sie nicht richtig und fand es wichtiger, den rechtsextremen Vater des Täters zu schützen, als den Opfern zu helfen. Bis heute wurden die Polizisten nie zur Rechenschaft gezogen, sondern befördert oder frühverrentet.
Der Anschlag deckt bis heute eine Reihe von Versäumnissen staatlicher Einrichtungen auf. Anschlagsüberlebender Said Etris Hashemi dokumentiert diese Versäumnisse in seinem Buch "Der Tag, an dem ich sterben sollte - Wie der Terror in Hanau mein Leben für immer verändert hat". Wir Linke sagen: rassistische Strukturen in der Polizei müssen konsequent verfolgt und unabhängig angegangen werden. Betroffene brauchen dauerhafte Unterstützung und Sicherheit. Damit sich Hanau nicht wiederholt und die Arbeit der Opfer für eine offene Gesellschaft Früchte trägt."
Politik muss jetzt liefern – HKM braucht Zukunft
Mirze Edis: „Was Thyssenkrupp hier betreibt, ist eine Sauerei und grob fahrlässig. Thyssenkrupp nimmt Milliarden an öffentlicher Unterstützung an, will jetzt aber die HKM am Ende ausbluten lassen. Wer öffentliche Milliarden nimmt, hat eine öffentliche Verpflichtung: Arbeitsplätze sichern, Transformation gestalten und nicht Standortpolitik nach Kassenlage betreiben.
Die Folgen der Schließung wären verheerend. Mit den bis zu 5000 HKM-Arbeitsplätzen stehen bis zu 18.000 weitere Jobs im Ruhrgebiet auf dem Spiel. Noch vor wenigen Wochen hat die Bundesregierung nach dem Stahlgipfel große Töne gespuckt, bleibt jetzt aber untätig, wenn einer der wichtigsten Stahlstandorte Deutschlands vor die Wand gefahren wird. Duisburg und das Ruhrgebiet dürfen nicht erneut zu den Leidtragenden eines Konzernpokers werden. Die Bundesregierung muss ihren Worten endlich Taten folgen lassen – und Thyssenkrupp muss aufhören, eine ganze Region als Verhandlungsmasse zu behandeln.“
Staatliche Eingriffe statt Lippenbekenntnisse
"Die Arbeiter:innen in der Stahlindustrie, ihre Kommunen und Regionen brauchen klare Taten statt Lippenbekenntnisse. Während die Beschäftigten seit Monaten auf ein kräftiges Signal der Regierung warten, hat Bundeskanzler Merz den 'Stahlgipfel' bereits zum Dialog mit einigen Konzernchefs und wenigen Gewerkschaftern degradiert. Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet, nennt man das. Tausende Arbeitsplätze sind schon verloren gegangen und Standorte wurden geschlossen", erklärt Mirze Edis, industriepolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Bundestag und weiterhin als Betriebsrat in der Stahlindustrie tätig, zum morgigen "Stahlgipfel" der Bundesregierung. Edis weiter:
"Wir brauchen mehr demokratische Mitbestimmung und eine Standort- und Arbeitsplatzgarantie. Staatliche Eingriffe, wie Bundesbeteiligungen und Vergesellschaftung der Stahlbranche, dürfen kein Tabu bleiben. Ein grundlegender Schutz vor Billigimporten aus Drittstaaten ist nötig. Ziel muss ein Handel auf Augenhöhe sein. Der Forderung der Gewerkschaften nach günstigem Strom und langfristiger Planbarkeit schließen wir uns als Linke an. Im Gegenzug müssen die Stahlkonzerne in grünen Stahl investieren - so gelingt die sozial-ökologische Transformation. Starke Leitmärkte und gut ausgestattete Kommunen können den Absatz von Stahl absichern. Eine Offensive für soziales Bauen mit grünem Stahl würde die Nachfrage weiter anregen. Die bundeseigene Deutsche Bahn muss verpflichtet werden, grünen Stahl abzunehmen."
Terminhinweis:
Am 19. November 2025 findet die Stahlkonferenz der Linken im Bundestag in Duisburg statt. Dort werden unter anderem Ideen für mehr Staat und Vergesellschaftung im Stahlsektor diskutiert.
Die Bundesregierung muss endlich entschlossen industriepolitisch handeln
Die IG Metall hat in einer nervenaufreibenden Tarifrunde unter schwierigsten Bedingungen einen verantwortungsvollen Kompromiss erreicht", erklärt Mirze Edis, industriepolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag anlässlich des Abschlusses der Tarifrunde der westdeutschen Stahlindustrie.
Die größte Einzelgewerkschaft in Deutschland hat Schlimmeres verhindert und einmal mehr gezeigt, dass sie an der Seite der Beschäftigten steht. Dafür gebührt ihr Respekt und volle Unterstützung.
Die Bundesregierung hingegen – allen voran Wirtschaftsministerin Katharina Reiche – betreibt eine Politik des Nichtstuns. Während die Kolleginnen und Kollegen um jeden Cent kämpfen müssen, schafft es die Regierung nicht, endlich für Planungssicherheit zu sorgen. Kein verlässlicher Industriestrompreis, keine klare Transformationsstrategie, keine Absicherung für die Belegschaften.
Dieses Wegschauen hat fatale Folgen: Wenn die Bundesregierung so weitermacht, drohen Standortschließungen und ein massiver Abbau von Arbeitsplätzen. Damit verspielt sie die Zukunft der gesamten Stahlindustrie in Deutschland.
Ich fordere unsere Regierung dringend auf, sich in Brüssel dafür einzusetzen, dass Handelsschutz- und Antidumping-Instrumente endlich nachgeschärft werden. Ich sage klar: Die Beschäftigten brauchen endlich eine Regierung, die handelt. Statt leerer Phrasen braucht es entschlossenes industriepolitisches Handeln, sonst stehen zehntausende Existenzen auf dem Spiel. Das muss alles beim kommenden Stahlgipfel fixiert werden. Unternehmen, Beschäftige und Regionen brauchen endlich Planungssicherheit.
Wir sind mehr - für ein soziales Duisburg
"Wir sind mehr! Ich gratuliere dem bisherigen und künftigen Bürgermeister von Duisburg, Sören Link, SPD, zu seinem herausragenden Sieg bei der gestrigen Stichwahl", erklärt Mirze Edis, Bundestagsabgeordneter der Linken in Duisburg. Edis weiter:
"80 % der Wahler*innen unserer Stadt haben sich für die demokratischen Parteien entschieden - das ist ein großer Erfolg! Wir wünschen uns eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem neuen OB und dass er unsere sozialen Themen berücksichtigt. Die Linke wird sich auch weiterhin vor Ort für mehr soziale Gerechtigkeit und gute Arbeitsplätze einsetzen."
Nur leere Worte für die Industrie
Mirze Edis zur Rede von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Lage der Europäischen Union:
Von der Leyen hat nur leere Worte für die Industrie in Deutschland und der EU, für Reformen bleibt offenbar keine Kraft mehr. Die EU will 800 Milliarden Euro für Rüstung ausgeben und sogar ein neues makroökonomisches Steuerungsinstrument dafür schaffen. Währenddessen soll die Deregulierungswelle weiterlaufen. Arbeitsrechte werden potenziell weiter ausgehöhlt durch die Einführung eines sogenannten '28. Regimes' und einer '5. Binnenmarkt-Freiheit'. Tarifverträge und Gewerkschaften werden nicht einmal erwähnt.
Kein Wort verlor von der Leyen zum 50-Prozent-Zoll der USA gegen europäische Stahlprodukte. Für Batteriebau in der EU sollen lächerliche 1,8 Milliarden Euro lockergemacht werden. Ein vorgeschlagener 'Industrial Accelerator Act' wird keine Nachfrage schaffen. Von der Leyen lobte hingegen ihren Deal für eine saubere Industrie (Clean Industrial Deal), den die europäische Metallgewerkschaft IndustriAll bereits als ungenügend kritisiert.
Staatliche Beteiligungen in einem strategisch zentralen Wirtschaftssektor dürfen kein Tabu sein
Mirze Edis erklärt:
Wie schön, dass auch der SPD-Chef endlich aufwacht und mit seiner Forderung nach einem Stahlgipfel leise Signale der Unterstützung für die schwächelnde Stahlindustrie sendet. Man möchte ihm zurufen, dass er als Finanzminister und Vizekanzler nicht nur wohlfeile Forderungen aufzustellen braucht, sondern einfach machen könnte. Schließlich ist er in der Regierung.
Aus unserer Sicht braucht es verschärfte Importregeln, Quoten für in der EU hergestellten Grünen Stahl und ein Aus für die Schuldenbremse. Ferner sollte die Bundesregierung sich dafür einsetzen, die Nachfrage in Europa anzuheizen, indem sie den mehrjährigen Finanzrahmen der EU ausweitet und höhere Schulden in Kauf nimmt. Denn anders als Wirtschaftsministerin Katharina Reiche nach dem Zoll-Deal mitgeteilt hat, gibt es keine Planungssicherheit mit den USA. Diese haben sich mit der Einführung von 50 Prozent Zöllen auf Stahl als verlässlicher Partner disqualifiziert. Ich erwarte, dass Lars Klingbeil nicht weiter zögert, sondern sich am besten zusammen mit der Wirtschaftsministerin für eine Rückkehr des Staates in die Stahlindustrie einsetzt. Staatliche Beteiligungen in einem strategisch zentralen Wirtschaftssektor dürfen kein Tabu sein, zumal es ohne die Stahlindustrie keine sozialökologische Transformation geben kann. Noch ein Grund mehr, weshalb sich Klingbeil schnellstmöglich gemeinsam mit Gewerkschaften, Betriebsräten, Bürgermeister:innen und Unternehmenschef:innen um eine Lösung kümmern sollte, die Standortschließungen verhindert und Produktionsmengen für qualitativ hochwertigen deutschen Stahl erhält.
Erklärung zum Zollabkommen EU-USA
Mirze Edis, Duisburger Betriebsratsmitglied und Industriepolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag erklärt zum Abkommen der EU mit den USA:
Das gestrige Handelsabkommen zwischen EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und US-Präsident Trump ist schlicht eine Unterwerfung der EU. Gerade für die Stahl- und Aluminium Industrie stellt die bestehende Drohung mit 50% Zöllen defacto ein Wirtschaftsboykott dar.
Unsere Regierung und die EU-Kommission lügen sich in die eigene Tasche, wenn sie glauben, dass nun Rechtssicherheit für unsere Industrien herrschen würde. Verlässlichkeit und Trump, das ist doch ein Widerspruch in sich!
Merz und Von der Leyen müssen erkennen: mehr Freihandel wird nicht helfen. Wir müssen in unsere eigenen Industrien investieren. Wir müssen Grünen Stahl in Europa für Europa herstellen. Das bedeutet die Stahl- und Aluminiumindustrie in Deutschland fit machen für zukünftige gute Arbeitsplätze. Die hohe Exportabhängigkeit macht und erpressbar!
Katherina Reiches Fokus auf sogenannte Wettbewerbsfähigkeit und Entbürokratisierung ist bereits am Ende. Es ist Zeit, dass die EU-Kommission und der deutsche Staat die Zukunft der deutschen und europäischen Stahl- und Aluminiumindustrie in die Hände nehmen, mit sozialen Auflagen, Schutz gegen Billigimporte, öffentlichem Eigentum und starker Mitbestimmung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Rückgang der Stahlproduktion alarmierend
"Um 12 Prozent ist die Stahlproduktion in Deutschland im letzten Halbjahr gesunken. Diese Zahl ist alarmierend und sollte der Bundesregierung ein Weckruf sein", erklärt Mirze Edis, industriepolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, anlässlich der aktuellen Zahlen der Wirtschaftsvereinigung Stahl, dem Verband der Arbeitgeber der Stahlindustrie. Edis weiter:
"Wenn wir die Stahlindustrie platt machen, gehen auch andere Industriezweige wie die Automobilindustrie unter sowie jede Menge Zulieferer. Die Abhängigkeit von anderen Ländern würde nur noch größer werden, was die Wirtschaft verwundbar macht, wie wir bei der Chip-Industrie beobachtet haben.
Wir brauchen daher endlich ein klares Signal der Bundesregierung für die Unterstützung der heimischen Stahlindustrie. Dazu gehört auch das Bekenntnis zum Grünen Stahl und Safeguards, damit kriselnde Unternehmen hierzulande gefördert und gestärkt werden. Wir können uns ein Sterben der Hütten, das ganze Regionen in den Abgrund ziehen würde und riesige Folgekosten mit sich bringen würde, nicht leisten.
Die Linke spricht sich ferner für mehr staatliche Einflussmöglichkeiten wie Bundesbeteiligungen oder eine öffentliche Stiftung aus, damit die Zukunft der Stahlindustrie gesichert ist. Denn eins ist klar: Ist der Ofen einmal aus, fällt die Hütte und damit wichtiges Know-How für immer weg. Die Linke sagt: Wir müssen die Unternehmen in die Pflicht nehmen, die einerseits große Renditen und Aktiengewinne einfahren, andererseits aber Traditionsunternehmen zerschlagen wollen.
Ich fordere Wirtschaftsministerin Reiche dazu auf, ein Zeichen für Grünen Stahl sowie eine Standort- und Arbeitsplatzgarantie zu setzen."
Duisburgern droht Abschiebung nach Afghanistan
Zwei jungen, gut integrierten Menschen, stehen vor der drohenden Abschiebung nach Afghanistan. Gemeinsam mit Sidekick e.V. ruft Die Linke Duisburg am 19.07.2025 um 11 Uhr zu einer Kundgebung am Lifesaver in Duisburg auf. Auch der Duisburger Bundestagsabgeordnete der Linken Mirze Edis unterstützt den Aufruf. Er betont:
Junge Menschen wie Ferdaos und Moheb verdienen eine Chance, hier in Deutschland zu bleiben und ihre Träume zu verwirklichen. Abschiebungen sind nicht nur unmenschlich, sondern auch kontraproduktiv für eine offene Gesellschaft. Ich und meine Partei setzen sich für eine humane, offene Migrationspolitik ein. Für uns ist klar: Menschen, die hier leben, verdienen Schutz und eine Perspektive, unabhängig von ihrer Herkunft.
Wir fordern als Linke wirksame Bleiberechtsregelungen nach humanitären und menschenrechtlichen Kriterien. Wir lehnen Abschiebungen insbesondere in unsichere Länder ab und stehen für eine Gesellschaft, in der Solidarität und Menschlichkeit im Mittelpunkt stehen.Abschiebungen sind kein Mittel, um Probleme zu lösen, sondern verschärfen nur die Unsicherheit und das Leid der Betroffenen.
Wir dürfen nicht zulassen, dass junge Menschen wie Ferdaos und Moheb ihr Zuhause verlieren. Es ist Zeit, humane Lösungen zu finden und ihnen eine sichere Zukunft zu ermöglichen.
Dow Chemical gehen Profite vor Mitarbeitern und ostdeutschen Regionen
Mirze Edis, industriepolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie, erklärt:
Mit der heute vom US-Konzern Dow Chemical angekündigten Schließung von Chemieanlagen in Sachsen und Sachsen-Anhalt droht ein zerstörerischer Domino-Effekt in den Wertschöpfungsketten der Industrie. Dow Chemical hat jahrzehntelang im Osten gute Gewinne gemacht und kann sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen.
Die ostdeutsche Chemieindustrie ist von gesamtdeutscher Bedeutung, aber hat vor allem in den betroffenen Bundesländern Sachsen-Anhalt und Sachsen systemisch Bedeutung kurzfristig muss ein Industriestrompreis kommen, Netzentgelte reduziert werden, aber auch massiv in Energieeffizienz investiert werden. Bis 2027 müssen die Bundes- und Landesregierungen im Sinne der Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben und für die Regionen eine dauerhafte Lösung für eine zukunftsfähige ostdeutsche Chemieindustrie gefunden werden.
Die Linke fordert die Bundesregierung auf den Vorschlägen der EU-Kommissarin Ribera zu folgen, die die EU-Mitgliedstaaten auffordert Kapitalbeteiligungen in Unternehmen zu erwerben, um zukunftsfähige Industrien zu unterstützen. Wir fordern Wirtschaftsministerin Katherina Reiche auf, einen Ostdeutschen Transformationsfonds aufzulegen und über öffentliche Aufträge die Wirtschaft zu stärken.Die Bundesregierung muss jetzt handeln, um ein wirtschaftliches Ausbluten der Region zu verhindern. Es ist klar, der Markt wird es nicht regeln!
Mirze Edis befragt Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) zur Zukunft der deutschen Stahlindustrie
Mirze Edis, Sprecher der Linksfraktion für Industriepolitik und selbst seit 37 Jahren im Stahlsektor tätig, fragte Katharina Reiche nach der Strategie der Bundesregierung zur Rettung der Stahlstandorte in Deutschland.
Ihre Antwort war, dass sie jede Diskussion über etwaige Verstaatlichung ablehnt und es nur zwei Dinge gäbe, um die sich ihr Ministerium kümmern müsste: Herstellung genereller Wettbewerbsfähigkeit und den Kampf gegen unfairen Wettbewerb aus China.
Katharina Reiche verabschiedete sich also heute vom Kampf um Arbeitsplätze in der deutschen Stahlindustrie.
Mirze Edis erklärt dagegen:
Die einzige Rettung der deutschen Stahlindustrie besteht gegenwärtig darin, dass sich der Staat an der Stahlindustrie beteiligt, um Arbeitsplätze und Stahlstandorte zu retten. So wie es der Altkanzler Olaf Scholz vor der Wahl richtigerweise ins Gespräch gebracht hat.
Bundesparteitag der Linken erklärt sich mit Stahlbeschäftigten solidarisch
Am heutigen Samstag hat der Bundesparteitag der Linken in Chemnitz einstimmig eine Erklärung verabschiedet, in der die Unterstützung der Beschäftigten der Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg bekräftigt wird.
Am 4. April hat der Aufsichtsrat von ThyssenKrupp Steel beschlossen, den Abnahme-Vertrag mit den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) zu kündigen. Damit verliert HKM seinen wichtigsten Kunden – den eigenen Mutterkonzern – und 3.000 Jobs sind akut gefährdet. HKM ist der größte Arbeitgeber im Duisburger Süden. Der Verlust dieser Arbeitsplätze hätte massive Auswirkungen auf die ohnehin schon strukturschwache Kommune.
Dazu ergänzt Mirze Edis, Bundestagsabgeordneter der Linken:
„Es kann nicht angehen, dass die Bundesregierung 1,3 Milliarden € und das Land NRW 700 Millionen € in ThyssenKrupp investieren und diese dann nach kurzer Zeit ankündigen, 11.000 Arbeitsplätze abzubauen. Wenn der Staat Milliarden in ein Unternehmen steckt, muss er auch sicherstellen, dass die Arbeitsplätze der Beschäftigten erhalten bleiben. Vor der Bundestagswahl hat Ex-Bundeskanzler Scholz eine Verstaatlichung von ThyssenKrupp Steel in Betracht gezogen. Ich erwarte, dass die SPD im Bund und im Land sich ebenfalls dafür einsetzt, wenn es keine Lösung im Sinne der Beschäftigten gibt.“
Entscheidung des Aufsichtsrats der Thyssenkrupp-Stahlsparte macht Eingriff der Landes- und Bundesregierung nötig
Der Bundestagsabgeordnete der Linken und Betriebsratsmitglied der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM), Mirze Edis, reagiert mit großer Bestürzung auf den Beschluss des Aufsichtsrats von Thyssenkrupp Steel, den langfristigen Liefervertrag mit HKM zu kündigen.
"Diese Entscheidung bedroht unmittelbar die Existenz von 3.000 Beschäftigten und ihren Familien. Sollte es zur Schließung kommen, hätte das dramatische Folgen für den gesamten Duisburger Süden. Eine ganze Region steht vor dem sozialen und wirtschaftlichen Abgrund, wenn diese Arbeitsplätze verloren gehen", so Edis.
Besonders empört zeigt sich Edis über das Verhalten von Thyssenkrupp als Mitgesellschafter: "Die eigenen Kolleginnen und Kollegen bei HKM werden von einem Gesellschafter buchstäblich ins kalte Wasser geworfen - ohne Rettungsring. Wenn das Ziel ein Verkauf von HKM ist, wird mit dieser Entscheidung ein völlig falsches Signal an potenzielle Käufer gesendet. Es entsteht der Eindruck, als schätze selbst der Verkäufer die gute Arbeit und die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten kaum."
Edis fordert daher ein entschlossenes Eingreifen der Politik: "Es wird immer offensichtlicher, dass zur Rettung der Arbeitsplätze eine Beteiligung - oder gar eine Komplettübernahme - durch das Land notwendig ist. Die Landesverfassung NRW sieht in Artikel 27 ausdrücklich vor, in solchen Fällen Betriebe in Gemeineigentum zu überführen, um das Gemeinwohl zu schützen."
Am heutigen Morgen haben bereits 500 Kolleginnen und Kollegen ihren Protest auf die Straße getragen, um gegen die Entscheidung zu demonstrieren. Die Forderung ist klar: "Die Landes- und Bundesregierung müssen jetzt handeln, um den Standort zu retten - sei es durch eine Landes- oder Bundesbeteiligung. Es darf nicht sein, dass Industriearbeitsplätze leichtfertig geopfert werden."


